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Plötzlich Chef! Wenn man vom Kollegen zum Boss wird

Es kommt durchaus häufig vor, dass der neue Leiter einer Abteilung aus dem Kreis der Sachbearbeiter dieser Abteilung rekrutiert wird. Dies kann naturgemäß zu einigen Schwierigkeiten für den neuen Chef führen, allerdings auch zu einer Vielzahl von Annehmlichkeiten, die das Leben als Chef nun einmal mit sich bringt.

Zu den Annehmlichkeiten des Chefseins gehören natürlich das entsprechende Gehalt, die entsprechenden Privilegien sowie die wesentlich interessanteren Aufgaben.
Wenn man aus der eigenen Abteilung in die neue Rolle berufen wird, kann es zudem von Vorteil sein, dass man sein neues Team bereits genau kennt: Die Kenntnis der Stärken und Schwächen der einstigen Kollegen und jetztigen Mitarbeiter bedeutet, dass es einfacher ist, die anfallenden Aufgaben so zu delegieren, dass eine optimale Umsetzung effizient zu bewerkstelligen ist. Ebenso ist man mit den zwischenmenschlichen "Seilschaften" innerhalb der Abteilung vertraut, was förderlich sein kann, um Animositäten abzumildern.

Genau hier liegt indes die erste Schwierigkeit, denen sich eine solche Karriere gegenüber sieht: Bis vor kurzer Zeit war der neue Chef noch selbst Teil des üblichen Geflechts aus Sympathien und Neidereien innerhalb der Abteilung. Er oder sie ist nun gezwungen, alle Mitarbeiter gleich zu behandeln, obwohl er oder sie vor Kurzem noch selbst Bestandteil der üblichen Grüppchenbildung war und am Bürotratsch teilgenommen hat.

Selbstverständlich wird der neue Chef oder die neue Chefin von den anderen Mitarbeitern beneidet werden. Es tauchen Gerüchte auf, wie er oder sie wohl an diesen Posten gekommen ist, die nicht immer freundlich, menschlich aber nachvollziehbar sind. Besonders Frauen, die aus einer Gemeinschaft plötzlich hervorgehoben werden, müssen mit bösartigen Gerüchten rechnen.

Den Gerüchten beugt man am Besten vor, indem man die Kollegen und neuen Mitarbeiter etwa am Geburtstag zu sich einlädt, um zu zeigen, dass man sich nicht verändert hat und auch keine geheimnisvollen Beziehungen im Spiel waren.

Um dem Neid zu begegnen, mag es sich empfehlen, nicht plötzlich in teuren Maßanzügen zu erscheinen oder sich mit exklusiven Hobbies zu schmücken. Man kann ausüben, was man möchte, aber auch als Chef sollte man auf der Ebene der Mitarbeiter weiterleben.
Wichtig ist es, nicht die "Bodenhaftung" zu verlieren: Wenn man also bislang seine Zeitung selbst mit ins Büro gebracht hat, sollte man dies auch weiterhin tun, anstatt die ehemalige Kollegin jetzt an den Kiosk zu schicken.

Eine besondere Problematik für den neuen Chef besteht häufig in den unterschiedlich gepflegten Freundschaften innerhalb einer Abteilung: So kommt es häufig vor, dass innerhalb einer solchen Gruppe einige Leute einander mit "Du" ansprechen und andere nicht. Wenn der neue Chef solche Verhältnisse gepflegt hat, kann es zu Problemen bei den ersten Abteilungssitzungen kommen: Es ist schwer, zu sagen: "Du machst das und Sie machen das". Häufig schafft es hier Abhilfe, wenn der neue Chef diese Problematik unter vier Augen mit jedem Mitarbeiter bespricht und man sich etwa darauf einigt, dass ab sofort im Betrieb entweder generell das "Du" (wie in vielen amerikanisch dominierten Firmen) oder generell das "Sie" herrscht und die üblichen Freundschaften erst nach Feierabend wieder Gültigkeit erlangen.

Zudem mag es hilfreich sein, bestehende Rituale innerhalb der Abteilung nach wie vor einzuhalten, als wäre nichts geschehen. Um als neuer Chef in einer bestehenden Gruppe anerkannt zu werden, sollte man sich so normal wie möglich verhalten. War es früher ein Blumenstrauß zum Geburtstag der Kollegin, sollte es weiterhin ein Blumenstrauß bleiben: Nicht zwei Sträuße, um die neue Wichtigkeit zu dokumentieren, und auch nicht kein Blumenstrauß, um zu zeigen, dass man sich jetzt in anderen Sphären bewegt.

Wichtig ist es, den ehemaligen Kollegen zu zeigen, dass sich für sie nichts geändert hat. Hier ist der
Oberbegriff der "Menschlichkeit" und des "Einfühlungsvermögens" wohl an erster Stelle zu nennen.