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Zeugniscodes: Geheimsprache entschlüsseln

Das Arbeitszeugnis gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse, denn es dient als Referenz bei Bewerbungen für eine neue Anstellung. Man kann sich zwar auch ohne die Arbeitszeugnisse der letzten Arbeitgeber bewerben und vorstellen, jedoch herrscht dann schnell der Verdacht, dass negative Aspekte verheimlicht werden sollen.


Der lückenlose Nachweis des beruflichen Werdeganges ist daher die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. Deshalb sollte man bei jedem Arbeitszeugnis genau auf den Inhalt achten.


Der Arbeitgeber ist laut Bundesarbeitsgericht dazu verpflichtet, das Arbeitszeugnis wahrheitsgemäß und wohlwollend auszustellen. Aus diesem Grund ist eine Zeugnissprache entstanden, in der scheinbar positive Formulierungen in Wahrheit jedoch abwertend gemeint sein können. Einige wichtige Formulierungen sollen hier erläutert werden.


Formulierungen wie "unsere volle Anerkennung " und "äußerste Sorgfalt und Genauigkeit" entsprechen der Schulnote “sehr gut“. Gleiches gilt für Anmerkungen wie "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" oder "er/sie wurde wegen... sehr geschätzt". Als sehr positive Arbeitsbeurteilung gelten zudem "herausragende Arbeitsergebnisse" und "hervorragende und fundierte Fachkenntnisse". Sehr gute Charaktereigenschaften werden mit "stets hochmotiviert" oder "wurde von Kollegen, Vorgesetzten und Kunden stets als freundlicher und fleißiger Mitarbeiter geschätzt" bezeichnet.


Als Schulnote “gut“ gelten Beurteilungen wie "wir waren mit den Leistungen immer sehr zufrieden" oder "arbeitete stets zuverlässig und gewissenhaft". Charaktereigenschafen werden hier mit "gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war das Verhalten einwandfrei" oder als "kooperative Mitarbeiter/in" beschrieben. Als gute Arbeitsbewertung gelten "neue Arbeitssituationen erfolgreich meisterte" oder "erledigte Aufgaben stets selbstständig mit großer Sorgfalt und Genauigkeit".
In den Bereich der Schulnote “befriedigend“ kommt man mit Beurteilungen wie "hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen" und "arbeitete gewissenhaft und zuverlässig". Dies gilt ebenfalls für die Formulierungen "Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Mitarbeitern war gut" oder "führte zugeteilte Arbeiten systematisch aus".

Auch Bemerkungen wie "zeigte Engagement und Initiative" oder "stets sorgfältig und genau" klingen sehr positiv, sind jedoch mittelmäßige Bewertungen.


Mit der Schulnote “ausreichend“ gleichzustellen sind die Formulierungen "unseren Erwartungen entsprochen" oder "Arbeitsqualität entsprach den Anforderungen". Wenn es heißt "das Verhalten zu Mitarbeitern war vorbildlich" oder "das persönliche Verhalten war insgesamt einwandfrei", ist dies nicht die bestmögliche Charakterbeurteilung. Die Urteile "Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen" und "arbeitete sorgfältig und genau" sind ebenfalls keine Höchstbewertungen.


In den Bereich “mangelhaft“ fallen Bewertungen wie "arbeitete mit großem Fleiß und Interesse" und "in der Regel erfolgreich". Gleiches gilt für die Urteile "zeigte, nach Anleitung, Fleiß und Ehrgeiz" oder "bemühte sich im Allgemeinen den Anforderungen zu entsprechen". Die Urteile "insgesamt einwandfrei" oder "stets um ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten bemüht" spricht nicht für ein sehr gutes Verhältnis.


Als “ungenügend“ sind Formulierungen zu deuten wie "Arbeitsqualität entsprach meistens den Anforderungen" und "war um zuverlässige Arbeitsweise bemüht". Allgemein lassen sich meistens die Formulierungen "versucht", "bemüht", "bestrebt" als Signalwörter der Zeugnissprache deuten. "Das persönliche Verhalten war im Wesentlichen tadellos" oder "zu Kollegen ein besseres Verhältnis als zu Vorgesetzten" sind nicht gern gesehene Formulierungen bezüglich der Zusammenarbeit.
Man darf jedoch nicht vergessen, dass jeder Vorgesetzte eigene Formulierungen benutzt. Somit sollte man mit Verallgemeinerungen vorsichtig sein. Die genannten Beispiele dienen lediglich als Richtlinie zum Verständnis der nicht immer einfachen Zeugnissprache.